Mittwoch, 15. Januar 2014

Scare Tactics

Die "Versteckte Kamera" bzw. "Verstehen Sie Spaß?" ist ja seit Jahrzenten ein beliebtes Fernsehformat. "Leute verarschen" und "Schadenfreude" sind primitive, aber sehr wirkungsvolle Humoraspekte, die das menschliche Zwerchfell schon seit der Steinzeit zum Beben bringen.
Doch wie kann man das alte und ziemlich ausgelutschte Verstecke Kamera-Prinzip ins 21. Jahrhundert katapultieren, so dass es wieder sehenswert, modern und die jüngere Gesellschaft anspricht? Nun, der amerikanische Akte X-meets-Galileo-Sender Syfy hat sich dieser Frage angenommen und Scare Tactics ins Leben gerufen.
Diese Prank Show wurde so konzipiert, dass sie ihre Opfer zu Tode erschrecken soll.
Und das klappt meistens auch ganz gut, da mit Special Effects nicht gespart wird.
Satanische Rituale, Mord, Geisterhäuser, Alien-Entführungen, Killerviren, Angriff von Kryptiden - alles kein Problem für die Show!
Hier ein paar Beispiele:





Schwierig wird es natürlich wenn rationale Menschen in solche Situationen gebracht werden oder die Opfer so schockiert sind, dass sie die Sendungsmacher verklagen.
Genau dieser Fall ereignete sich 2003, gleich bei der Pilotfolge der ersten Staffel, als eines der Opfer namens Kara Blanc durch einen
der "Streiche" chronische Angstzustände und seelische Schäden erlitt.
Um genau zu sein, handelt es sich um diese Episode (hier mit anderen Opfern, wobei die Frau hier allerdings auch kurz vorm Herzinfarkt steht):




Tja, so ein Alien-Angriff schlägt wohl doch ganz schön auf die Psyche und ist etwas mehr als ein harmloser Bubenstreich.
Daher hat die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen ein Großteil der Folgen als grenzwertig und als nicht sendefähig eingestuft. Ein Grund, warum man in Deutschland so wenig über die Sendung findet. Auch das interessante Sendungskonzept litt unter den psychisch-schwachen Opfern, die dafür juristisch-starke Anwälte haben.
Man munkelt, dass ein Großteil der späteren Folgen komplett gestellt wurden - also, dass selbst die Opfer Schauspieler sind,
um weitere Klagen zu vermeiden. Und ja, der geübte Fernsehgucker merkt, dass in späteren Folgen ein bitterer Geschmack
des "Laienrollenspiels" und der "Gestelltheit" mitschwebt. Da helfen auch die vielen schwulen Opfer nicht, die noch peinlicher und noch affektierter in Panik
geraten, als die meisten Teenie-Mädchen.
Die Fakefolgen sorgen dafür, dass die Qualität der Sendung stark nachließ und raubt natürlich generell die Seele des gesamten Sendungskonzepts.

Auch Streiche mit "Zombie-Apokalypsen", "Vampir-Bikern", "Satanbaby-Geburten" oder "Seepocken-Kobolden" lassen dann einen schon fragen, was der Scheiß dann überhaupt noch soll und wer das ganze Theater noch glaubhaft "fürchten" soll, ohne in solch einer Situation einen Lachanfall zu bekommen.
Trotzdem hielt sich die Sendung mit 5 Staffeln sehr wacker, auch wenn die ersten ungestellten Episoden natürlich unerreichbar sind.

Tja, Menschenwürde hin oder her - natürlich ist es ein ganz schöner Klopper die Opfer in Todesangst zu versetzen.
Aber es macht wirklich Spaß zuzugucken, gerade weil die Effekte für Kleinserien-Niveau recht gut sind und Schadenfreude halt immer zieht.
Wer mehr sehen möchte: Einige Folgen findet ihr auf YouTube, ansonsten auf Seiten der beliebten, allseits bekannten Grauzonen-Anbieter. *hust hust*

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